Führen bedeutet Dienen - Gedanken zum Dien-mut (Demut, althdt. diomuoti = Mut zum Dienen) im Führungsprozess. Sinn und Werte für Führungskräfte.
(Auszug aus dem Vortrag von Dr. phil. Bernhard A. Grimm auf dem Logotherapie - Fachkongress "Sozialethische Dimensionen in der Wirtschaft. Werteorientierung und Sinnsuche in der Wirtschaft im Geiste der Logotherapie nach Viktor Frankl" am 7.6.2008 im Kulturzentrum Fürstenfeld in Fürstenfeldbruck bei München.)
Wer sich selbst zur Hauptsache geworden ist, findet aus der Angst um sich selbst nicht mehr heraus. Das ist eine Form von Egomanie, der viele Manager anheimfallen, wenn sie auf der Karriereleiter Erfolg haben. Zu diesem egomanischen Verhalten gehört die völlige Immunität gegenüber Selbstzweifeln und fremder Kritik.
Egomanie ist im Prinzip die Abwehr jeglicher Einsicht in die eigene Zwiespältigkeit, Konflikthaftigkeit und Begrenztheit durch Selbstüberschätzung und Bemächtigungsgehabe. Sieger-Mentalität, Karriere-Besessenheit und Größenphantasien sind in der Regel Eigenschaften, die narzisstisch gestörte Persönlichkeiten den Weg in die Schaltzentralen der Macht ebnen, in der irrigen Meinung, wahre Größe sei nur dort vorhanden, wo man ständig herausschreit, dass sie dies sei.
Es fällt mir schwer, hier den ethisch orientierten Menschen zu finden als einen, der sittliche Werte sieht und erkennt und als handlungsleitende Prinzipien internalisiert, sie also zu verwirklichen sich bemüht. Und wenn dies, nämlich Gutes zu tun, leicht von der Hand geht und nicht gleich ein riesiges Entscheidungsdrama oder ein Staatsakt wird, dann sprechen wir von Tugend.
Wenn ich Ethik als Tugendlehre propagiere, stoße ich vielleicht rasch auf Missverständnisse, Vorurteile und Ablehnung, da man gerne tugendhafte Menschen als weich und weltfremd, als frömmelnd und verstaubt abwertet. Das mag durchaus daran liegen, dass man Tugendlehre zumeist im religiösen Leben, im asketisch-monastischen Bereich und vornehmlich im Schoße der Kirche beheimatet wissen will. Das ist zweifellos einseitig und falsch, aber, wie dem auch sei, sowohl im modernen Ethikdiskurs als auch in der Psychologie von heute wird ein ganz gerüttelt Maß an Wert gelegt auf stabile Einstellungen und Orientierungen, die ihren Ursprung in dem haben, was wird Tugend nennen als eine psychische oder psychosoziale Disposition, die uns zu einem Handeln gemäß den ethischen Grundsätzen und Imperativen geneigt macht.
Sittliche Tugenden zu erwerben ist eine Grundfrage und ein Grundanliegen der Ethik, und wer ethisch verantwortet führen will, kann es nicht darauf ankommen lassen, im hektisch-brutalen Alltagsgeschäft des Führungsprozesses immer erst mühsam unter Erwägung und Abklärung aller Pros und Kontras und der Sympathie- und Antipathiefelder sich immer wieder neu eine sittliche und menschliche Entscheidung abzuringen, ja geradezu abzuwürgen. Nach klassischer Version und Definition ist Tugend eine Leichtigkeit, die man erworben hat, um gut zu handeln - diese Geneigtheit jedoch, sittlich gut handeln zu wollen und zu können, ist nicht ursprünglich frei verfügbarer Besitz eines jeden Menschen, sondern muss erlernt, erworben und eingeübt werden. Tugenderwerb ist fürwahr Persönlichkeitsbildung!
Tugend, auch die der Demut und Bescheidenheit, ist zunächst zu begreifen als Tauglichkeit und Fertigkeit zu werthaftem Verhalten. Man darf hier nicht die griechische Herkunft der abendländischen Tugendlehre ignorieren, und die antike "areté" - lt. virtus - meint zunächst die Fähigkeit und das Vermögen, eine bestimmte Leistung zu vollbringen, die als werthaltig gilt und in deren Verwirklichung die Wesenserfüllung des handelnden Subjekts liegt. So liegt die Tugend eines Pferdes in seiner Stärke und Schnelligkeit, die eines Messers in seiner Schärfe.
Bereits unter Sokrates und dann in der Schule Platons setzt eine Vergeistigung und Verinnerlichung des Tugendbegriffs ein, so dass Tugend nunmehr zu einer Eigenschaft des inneren Menschen, des Charakters und der Gesinnung, des geistigen Habitus wird, der final auf die Realisierung von Werten gerichtet ist, beispielsweise der Tapferkeit und Selbstbeherrschung, der Weisheit und Gerechtigkeit.
Vornehmlich Aristoteles verdanken wir eine auch heute noch brauchbare Tugendlehre, und nach ihm haben wir alle die natürliche Anlage zum vollkommenen Menschseins in uns, aber wir müssen etwas tun, dass sie nicht verschüttet und verkehrt wird. Bei dieser Anlage handelt es sich einerseits um verstandesmäßige Fähigkeiten wie Intelligenz, schnelle Auffassungsgabe, logisches Denken und auch Weisheit, andererseits aber um charakterliche Vorzüge. Beides nun muss in einem fortwährenden Prozess des Lernens, Erziehens und Übens erst zu Entfaltung gebracht werden. Nur wenn dieser Prozess gelingt, kommt die gute Basisanlage zur Entfaltung, dann entwickelt sich aus Person eine sittliche Persönlichkeit, dann erwerben wir das, was Aristoteles mit dem Zentralbegriff der Tugend bezeichnet.
Tugenden erwerben, das heißt dann für Aristoteles, jenes so vollkommen wie möglich auszubilden, was ursprünglich in uns als Anlage ist und durch Entwicklung, Entfaltung, Übung und Gewöhnung uns zum wahren Menschsein befähigt. Tugenden erwerben wir, indem wir uns daran gewöhnen, auf eine bestimmte Weise mit all dem, was uns passiert und widerfährt, und mit all unseren eigenen Gefühlen, unserem Wollen und unseren Bestrebungen und Antrieben umzugehen.
Mit anderen Worten präzisiert:
Sittliche Tugend bedarf der Gewöhnung und sie verleiht unserer Persönlichkeit eine Tendenz, auf die wir uns selbst und auf die die anderen sich verlassen können. Diese Tendenz zu handeln, diese Disposition oder fundamentale Geneigtheit zu handeln, nennt Aristoteles "hexis", einen habitus also, eine Haltung, die, durch viele Einzelakte erworben, gleichsam zum Handlungsstandard "gefroren" wurde.
Ex actu fit habitus - aus Handlung wird Haltung! Eine Gewohnheit kann eine herrliche Entscheidungserleichterung sein - und sie zu haben, bedeutet, sich nach einen geschliffenen Muster zu verhalten, das heißt: man reagiert, ohne die ganze Angelegenheit von vorn nach hinten und nach allen Seiten hin und wieder zurück durchdacht zu haben. Man beherrscht etwas "wie im Schlafe" - so lässt sich auch einüben und zur Haltung ausformen, Gutes zu tun und sittlich verantwortet zu handeln.
Aristoteles bestimmt die Tugend als ein Mittleres zwischen zwei Extremen, und diese Extreme, die von zwei Seiten her - nämlich der eines Zuviel und der eines Zuwenig - das richtige Handeln gefährden, sind zu vermeiden. Dies ist die berühmte Mesótes-Lehre, deretwegen Aristoteles häufig angegriffen wurde, weil man ihn missverstand und seine Einschränkungen ignorierte.
Wenn er Tugend als ein Mittleres verstand, dann hat er nicht die Trivialität des goldenen Mittelwegs gemeint - mit Mittelmäßigkeit hat Tugend nichts zu tun, sie ist auch nicht mittig im streng mathematischen Sinne. Die Tugend ist vielmehr ein Mittleres zwischen den Extremen dem Seinswert nach - nach der ethischen Wertigkeit ist sie ein Absolutes, über das hinaus es kein Zuviel geben kann.
Wenn in der Tugend ein Zuviel vorhanden ist, dann ist sie schon keine Tugend mehr. Tugend ist wie eine Gratwanderung, jedenfalls sehr schwierig, was uns jedoch nicht davon abhalten darf, wenigstens Approximativwerte zu erzielen und Dispositionen in uns auszubilden, Einstellungen und Orientierungen, die generell handlungsrelevant sind und uns fundamental geneigt machen, ethisch gut zu handeln und ethisch Verwerfliches zu unterlassen.
Was die Mittigkeit anbetrifft, so liegt beispielsweise die Tugend der Besonnenheit, der Selbstbeherrschung und der Zucht und des Maßes zwischen der Zügellosigkeit einerseits und der Gefühlsstumpfheit andererseits - die Tapferkeit ist platziert zwischen Tollkühnheit und Feigheit - die Großzügigkeit zwischen Geiz und Verschendung - die Demut zwischen serviler Unterwürfigkeit, Minderwertigkeit und Kleinmütigkeit, opportunistischer Duckmäuserei und Kriecherei einerseits und Selbstherrlichkeit und Selbstüberheblichkeit, Arroganz, blinder Machtanmaßung und Dominanzallüre andererseits.
Ein gutes Zeichen jedenfalls, dass wir die Mitte gefunden haben, ist, wenn es Kraft und Anstrengung erfordert, sie einzuhalten, und wenn eines der Extreme bequemer zu tun wäre. Im Bemühen um sittliches Handeln ist das Fallen in Extreme jeweils Zeichen von Schwäche, weil nach Aristoteles die Mitte gewissermaßen Ende und Äußerstes ist. In medio stat virtus - in der Mitte steht die Tugend, sagt auch Thomas von Aquin, und man wird ihm wohl nicht widersprechen wollen.
Die komplette Rede ist auf der Internetpräsenz von Dr. phil. Bernhard A. Grimm einsehbar:
http://www.dr-bernhard-grimm.de/rede-kon gress.html
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Presse: Online-Redaktion, Winfried Brumma, München
http://www.wbrnet.info/presse.html
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(Auszug aus dem Vortrag von Dr. phil. Bernhard A. Grimm auf dem Logotherapie - Fachkongress "Sozialethische Dimensionen in der Wirtschaft. Werteorientierung und Sinnsuche in der Wirtschaft im Geiste der Logotherapie nach Viktor Frankl" am 7.6.2008 im Kulturzentrum Fürstenfeld in Fürstenfeldbruck bei München.)
Wer sich selbst zur Hauptsache geworden ist, findet aus der Angst um sich selbst nicht mehr heraus. Das ist eine Form von Egomanie, der viele Manager anheimfallen, wenn sie auf der Karriereleiter Erfolg haben. Zu diesem egomanischen Verhalten gehört die völlige Immunität gegenüber Selbstzweifeln und fremder Kritik.
Egomanie ist im Prinzip die Abwehr jeglicher Einsicht in die eigene Zwiespältigkeit, Konflikthaftigkeit und Begrenztheit durch Selbstüberschätzung und Bemächtigungsgehabe. Sieger-Mentalität, Karriere-Besessenheit und Größenphantasien sind in der Regel Eigenschaften, die narzisstisch gestörte Persönlichkeiten den Weg in die Schaltzentralen der Macht ebnen, in der irrigen Meinung, wahre Größe sei nur dort vorhanden, wo man ständig herausschreit, dass sie dies sei.
Es fällt mir schwer, hier den ethisch orientierten Menschen zu finden als einen, der sittliche Werte sieht und erkennt und als handlungsleitende Prinzipien internalisiert, sie also zu verwirklichen sich bemüht. Und wenn dies, nämlich Gutes zu tun, leicht von der Hand geht und nicht gleich ein riesiges Entscheidungsdrama oder ein Staatsakt wird, dann sprechen wir von Tugend.
Wenn ich Ethik als Tugendlehre propagiere, stoße ich vielleicht rasch auf Missverständnisse, Vorurteile und Ablehnung, da man gerne tugendhafte Menschen als weich und weltfremd, als frömmelnd und verstaubt abwertet. Das mag durchaus daran liegen, dass man Tugendlehre zumeist im religiösen Leben, im asketisch-monastischen Bereich und vornehmlich im Schoße der Kirche beheimatet wissen will. Das ist zweifellos einseitig und falsch, aber, wie dem auch sei, sowohl im modernen Ethikdiskurs als auch in der Psychologie von heute wird ein ganz gerüttelt Maß an Wert gelegt auf stabile Einstellungen und Orientierungen, die ihren Ursprung in dem haben, was wird Tugend nennen als eine psychische oder psychosoziale Disposition, die uns zu einem Handeln gemäß den ethischen Grundsätzen und Imperativen geneigt macht.
Sittliche Tugenden zu erwerben ist eine Grundfrage und ein Grundanliegen der Ethik, und wer ethisch verantwortet führen will, kann es nicht darauf ankommen lassen, im hektisch-brutalen Alltagsgeschäft des Führungsprozesses immer erst mühsam unter Erwägung und Abklärung aller Pros und Kontras und der Sympathie- und Antipathiefelder sich immer wieder neu eine sittliche und menschliche Entscheidung abzuringen, ja geradezu abzuwürgen. Nach klassischer Version und Definition ist Tugend eine Leichtigkeit, die man erworben hat, um gut zu handeln - diese Geneigtheit jedoch, sittlich gut handeln zu wollen und zu können, ist nicht ursprünglich frei verfügbarer Besitz eines jeden Menschen, sondern muss erlernt, erworben und eingeübt werden. Tugenderwerb ist fürwahr Persönlichkeitsbildung!
Tugend, auch die der Demut und Bescheidenheit, ist zunächst zu begreifen als Tauglichkeit und Fertigkeit zu werthaftem Verhalten. Man darf hier nicht die griechische Herkunft der abendländischen Tugendlehre ignorieren, und die antike "areté" - lt. virtus - meint zunächst die Fähigkeit und das Vermögen, eine bestimmte Leistung zu vollbringen, die als werthaltig gilt und in deren Verwirklichung die Wesenserfüllung des handelnden Subjekts liegt. So liegt die Tugend eines Pferdes in seiner Stärke und Schnelligkeit, die eines Messers in seiner Schärfe.
Bereits unter Sokrates und dann in der Schule Platons setzt eine Vergeistigung und Verinnerlichung des Tugendbegriffs ein, so dass Tugend nunmehr zu einer Eigenschaft des inneren Menschen, des Charakters und der Gesinnung, des geistigen Habitus wird, der final auf die Realisierung von Werten gerichtet ist, beispielsweise der Tapferkeit und Selbstbeherrschung, der Weisheit und Gerechtigkeit.
Vornehmlich Aristoteles verdanken wir eine auch heute noch brauchbare Tugendlehre, und nach ihm haben wir alle die natürliche Anlage zum vollkommenen Menschseins in uns, aber wir müssen etwas tun, dass sie nicht verschüttet und verkehrt wird. Bei dieser Anlage handelt es sich einerseits um verstandesmäßige Fähigkeiten wie Intelligenz, schnelle Auffassungsgabe, logisches Denken und auch Weisheit, andererseits aber um charakterliche Vorzüge. Beides nun muss in einem fortwährenden Prozess des Lernens, Erziehens und Übens erst zu Entfaltung gebracht werden. Nur wenn dieser Prozess gelingt, kommt die gute Basisanlage zur Entfaltung, dann entwickelt sich aus Person eine sittliche Persönlichkeit, dann erwerben wir das, was Aristoteles mit dem Zentralbegriff der Tugend bezeichnet.
Tugenden erwerben, das heißt dann für Aristoteles, jenes so vollkommen wie möglich auszubilden, was ursprünglich in uns als Anlage ist und durch Entwicklung, Entfaltung, Übung und Gewöhnung uns zum wahren Menschsein befähigt. Tugenden erwerben wir, indem wir uns daran gewöhnen, auf eine bestimmte Weise mit all dem, was uns passiert und widerfährt, und mit all unseren eigenen Gefühlen, unserem Wollen und unseren Bestrebungen und Antrieben umzugehen.
Mit anderen Worten präzisiert:
Sittliche Tugend bedarf der Gewöhnung und sie verleiht unserer Persönlichkeit eine Tendenz, auf die wir uns selbst und auf die die anderen sich verlassen können. Diese Tendenz zu handeln, diese Disposition oder fundamentale Geneigtheit zu handeln, nennt Aristoteles "hexis", einen habitus also, eine Haltung, die, durch viele Einzelakte erworben, gleichsam zum Handlungsstandard "gefroren" wurde.
Ex actu fit habitus - aus Handlung wird Haltung! Eine Gewohnheit kann eine herrliche Entscheidungserleichterung sein - und sie zu haben, bedeutet, sich nach einen geschliffenen Muster zu verhalten, das heißt: man reagiert, ohne die ganze Angelegenheit von vorn nach hinten und nach allen Seiten hin und wieder zurück durchdacht zu haben. Man beherrscht etwas "wie im Schlafe" - so lässt sich auch einüben und zur Haltung ausformen, Gutes zu tun und sittlich verantwortet zu handeln.
Aristoteles bestimmt die Tugend als ein Mittleres zwischen zwei Extremen, und diese Extreme, die von zwei Seiten her - nämlich der eines Zuviel und der eines Zuwenig - das richtige Handeln gefährden, sind zu vermeiden. Dies ist die berühmte Mesótes-Lehre, deretwegen Aristoteles häufig angegriffen wurde, weil man ihn missverstand und seine Einschränkungen ignorierte.
Wenn er Tugend als ein Mittleres verstand, dann hat er nicht die Trivialität des goldenen Mittelwegs gemeint - mit Mittelmäßigkeit hat Tugend nichts zu tun, sie ist auch nicht mittig im streng mathematischen Sinne. Die Tugend ist vielmehr ein Mittleres zwischen den Extremen dem Seinswert nach - nach der ethischen Wertigkeit ist sie ein Absolutes, über das hinaus es kein Zuviel geben kann.
Wenn in der Tugend ein Zuviel vorhanden ist, dann ist sie schon keine Tugend mehr. Tugend ist wie eine Gratwanderung, jedenfalls sehr schwierig, was uns jedoch nicht davon abhalten darf, wenigstens Approximativwerte zu erzielen und Dispositionen in uns auszubilden, Einstellungen und Orientierungen, die generell handlungsrelevant sind und uns fundamental geneigt machen, ethisch gut zu handeln und ethisch Verwerfliches zu unterlassen.
Was die Mittigkeit anbetrifft, so liegt beispielsweise die Tugend der Besonnenheit, der Selbstbeherrschung und der Zucht und des Maßes zwischen der Zügellosigkeit einerseits und der Gefühlsstumpfheit andererseits - die Tapferkeit ist platziert zwischen Tollkühnheit und Feigheit - die Großzügigkeit zwischen Geiz und Verschendung - die Demut zwischen serviler Unterwürfigkeit, Minderwertigkeit und Kleinmütigkeit, opportunistischer Duckmäuserei und Kriecherei einerseits und Selbstherrlichkeit und Selbstüberheblichkeit, Arroganz, blinder Machtanmaßung und Dominanzallüre andererseits.
Ein gutes Zeichen jedenfalls, dass wir die Mitte gefunden haben, ist, wenn es Kraft und Anstrengung erfordert, sie einzuhalten, und wenn eines der Extreme bequemer zu tun wäre. Im Bemühen um sittliches Handeln ist das Fallen in Extreme jeweils Zeichen von Schwäche, weil nach Aristoteles die Mitte gewissermaßen Ende und Äußerstes ist. In medio stat virtus - in der Mitte steht die Tugend, sagt auch Thomas von Aquin, und man wird ihm wohl nicht widersprechen wollen.
Die komplette Rede ist auf der Internetpräsenz von Dr. phil. Bernhard A. Grimm einsehbar:
http://www.dr-bernhard-grimm.de/rede-kon
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Presse: Online-Redaktion, Winfried Brumma, München
http://www.wbrnet.info/presse.html
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